4.7.7 - 19.7.7 : In Effigie














Pour Louis Thomas Hardin (1916-1999)














D a s   W u n d er   d e r   A n d e r e n














»Die Welt ist ein Wundertier, drum widersetz’ Dich der Kulturmaschine!«, meinte Wendelin Schmidt-Dengler zu mir, Aufsichtsratsvorsitzender des Medienweltkonzerns, als wir am Ende unseres Bewerbungsgespräches angelangt waren.



Meine Entscheidung für dieses oder jenes Neue fiel mir schwer. Ich neigte kaum jenem oder diesem besonders zu. Leichtherzig wollte ich diesen Moment an mir vorüber ziehen lassen. Mit Gleichmut, so überwand ich mich, noch mehr als bisher schon, all das auszuschöpfen und noch viel ausführlicher zu genießen im Wortsinne, was Meines schon unabdingbar war.



»Die Sinne sind politisch wie es nur je das Private hätte sein können.« (W.S.D.) Eine Weltkunstausstellungs-Flagge auf der münchner Limousine erinnerte mich, wieder draußen, daran, dass auch ich als ein Produkt des freien Willens zu handeln befähigt sein könnte. HAP Grieshaber sah dem Neo Rauch aber dann doch leider zum Verwechseln ähnlich.



In seiner Bewerbung fehlte mir denn auch zuviel von einer non-oedipalen Ästhetik, einem bedeutungsbezogen enthobenen Glück. Kittler/Theweleit und Bargeld/Goldt verkörperten jeweils ein Gegensatzpaar aus geschmöcklerich und schnuffelig.



Schlafen war schließlich das größte Glück (die Frühmorgenwachheit im Ethanol).














19. Juli 2007   ~   4 Uhr 28


























S u c c e s s   D e s a s t e r














New morning, blank page of the mind. Aufmerksamkeit ist gelebte Geduld. Trying to be careful to build some structure and momentum for this day, die Lichtzwiebel am Körper der Neuigkeiten. Until first external things happen einst Textchef der Vogue. Eine Selbstverbrennung.



Ich weiß nicht, wo die Zukunft liegt, aber erfahrungsgemäß liegt sie eher am Rand. Eine Welt ohne innere Einheit. Wir sind alle in einer Welt die kein Außen mehr hat. Wir sind alle zusammen alleine.














17. Juli 2007   ~   21 Uhr 34


























D i e   B r u d e r s c h a f t

d e r   d u n k l e n   M a c h t














Spazieren in Rekonvaleszenz, sinnesschlürfend. Die Seele schweift. Ein Nachmittag der Welt. Joy Division aus dem Baustellenradio, Olfaktion, Syntaktion. Im Genuß der Langsamkeit, diese an- und verordnende Eigenschaft von Begriffen. Die Zeitlichkeit ist eine lange Dauer; die Kausalität eine vielfaserig verteilte.














16. Juli 2007   ~   21 Uhr 10


























D e r   B e u t e l   v o l l   Z e u g














»Da quietscht die Natur!« Dies besagt, dass ich mich selbst von anderswoher wahrnehme. Kali, Klage, Kapitulation. Mit einer Flasche Chamopagner und drei Frauen im Whirlpool. Warum will eigentlich alle Welt arbeiten? Ich finde Nichtstun viel naheliegender. Oder irgendetwas tun, was einem gerade einfällt oder Spass macht. Aber garantiert nicht jeden Tag und acht Stunden, und auch nicht zwangsweise jeden zweiten oder so. Igitt. Wie trist und phantasielos. Versteh’ ich überhaupt gar nicht, diesen Wahn. Interkorporeität. Blutpups als Blootooth.














15. Juli 2007   ~   22 Uhr 47


























B e b e n d e   S o f e t t e n














Verliebter Blick auf die Bühne, ein gigantischer Scheißhaufen bin ich! ErzTheater ist die Schramme am Mädchenknie, die mit Goldpuder verdeckt wird, wie eine liebevollste Lasagne. You have the pyramids, which are maybe the same as the face of a teenage girl, or you have the Holy Grail, or gold. Für Großkönig und Edelmann Meese: Die Ölkologie!














13. Juli 2007   ~   12 Uhr 19


























S o z i a l e   G ü t e r














Die geschmeidig modellierten Beine, zart und samtig, appetitlich im Wortsinne, der jungen japanischen GUI-Designerin in ihren weiten, beigen Hotpants. Langsames Fortschreiten im Raum, electric paper. Ein relationaler Klangbegriff. In der Kluft dieses Unterschiedes öffnet ein Raum sich für unerwartbare Erfahrungen, getting to shoulder-surf thinkers who make me smarter. »Komm’ unter meinen Regenschirm!«














13. Juli 2007   ~   7 Uhr 55



























I m   E i n k l a n g   m i t   d e r   W e l t














Ja, Kimberly Clark ist eh eine Super Geschäftsfrau. »Ich will ein Kind von ihr.« – »Ich kann sie nicht leiden.« So sprachen beide, einsame Schwertkämpfer. Schnappitulation, ohohoh! Schnappitulation, ohohoh! Keine fremde Macht die lenkt, von Marzahn bis nach Steglitz laufend.














10. Juli 2007   ~   7 Uhr 15


























B e n e f i t   o f   t h e   D o u b t














Mutant cows, la sapience et la sagacité, are considered (mit der Milliarde kein Problem haben!) extra holy and, ein Produkt des freien Willens, its owner charges money from visitors: Visual-Syntactic Text Formatting. Die Karriere im Betrieb, through the storms and the lie, die Liebe der Frau, you stood by my side; die Rente vom Staat, Internierungslager, Erschießungen, Internet- und Handyverbot, das Häuschen im Grünen, driving with my gears in reverse, die Pyramiden von Gizeh.














8. Juli 2007   ~   23 Uhr 30


























D i a s t a s i s ,   h é t é r o k i n é t i q u e














Ich reise wöchentlich nach Übersee: das raumwirksame Handeln; Anthropogeographie. In der Wahrnehmung lebe ich, ihre Bewegung, Eure Regungen setzen sich in mich hinein dort fort, weit. Saline Aquifere, Moralisten überwachen Moralisten. Ein Pseudepräfordismus. Kein Wille triumphiert.














6. Juli 2007   ~   10 Uhr 48



























A b r i ß b i r n e














Keiner hatte Dich gewarnt, keiner hatte Dir gesagt, überleg’ Dir das nochmal! Keiner hatte Dir gesagt, dass ich einfach so durch Dich hindurch da steppen würde und Dich komplett durchrütteln könnte. Ich bin innendrin, wie eine Abrißbirne durch Deine Augen gebrochen − und ich ändere alles von innen her! Dirnen. Diener und grölende Burschen. Irre. Bürger. Das Stiften einer Ordnung ist ein Ereignis, das nicht Teil der Ordnung ist, die sie ermöglicht. Absence en chair et en os. Ein Landschaftstanz.














4. Juli 2007   ~   9 Uhr 44



























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